
Botswana ist immer noch ein Ausnahme-Reiseziel und noch immer klingt es in den Ohren von Reiselustigen nach Abenteuer und Herausforderung. Und sie haben recht!! Dieses Land steht symbolisch für eine der letzten Wildnisse des afrikanischen Kontinents. Es fasziniert mit seinen endlosen Weiten, seiner Unberührtheit und seinen Wildtieren. Das Okawango-Delta und die Nationalparks Moremi, Savuti und Chobe sind hier die populärsten Ziele.
Das Delta ist ein (noch) intaktes Öko-System, das 16.000 qkm bedeckt. Der Okawango erreicht nie das Meer sondern endet in der Kalahari, wo 95% des Wassers verdunsten. (Okawango-Delta Satelliten-Foto). In weiten Teilen funktioniert hier noch die Symbiose zwischen Flora und Fauna. Das Gemisch aus trockenen, sandigen Busch- und Forstflächen mit Sümpfen, offenen Wasserflächen und Graslandschaften ist der ideale Lebensraum für alle afrikanischen Wildtiere. Man findet hier Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Krokodile, Zebras, Löwen, viele Arten von Antilopen und Vögeln, Schakale, Hyänen, große und sehr schöne Motten, Schlangen, Echsen, Paviane, Meerkatzen, Moskitos, Tse-tse-Fliegen und wenn man sehr viel Glück hat auch Leoparden, Chamäleons, Ochsenfrösche und Wildhunde.
Die drei Nationalparks Moremi, Savuti und Chobe decken die Gegend nord-östlich des Deltas ab und bieten grosse, flache Gras- und Buschlandschaften, Mopanewälder und entlang des Chobe eine sehr schöne Flusslandschaft mit der gleichen Tierwelt wie im Delta.
Zwei Freunde von uns hatten diese Camping-Safari bereits vor zwei Jahren unternommen und uns mit ihrer Begeisterung angesteckt. Es ist eine rauhe, aber sehr ursprüngliche Art um diese Wildnis zu entdecken. Die Tour startet in Johannesburg und führt über die Makgadigadi-Salzpfannen (die leider wegen des vielen Regens nicht zugänglich waren) nach Maun, das Tor zum Okavango-Delta. Hier startet man dann in die Wildnis, lässt die Zivilisation und den "Buffalo-Fence" (der die wilden Tiere vor den domestizierten schützen soll... oder war's umgekehrt? ;-) ) hinter sich und erlebt mit einer Mokoro-Fahrt (= Einbaum) das Delta auf seine ursprünglichste Art. In den nächsten vier Tagen haben wir die Wildnis des Deltas zu Fuss erkundet. In den Nationalparks darf man die Natur nur noch aus dem Auto heraus bewundern. Das hat den Vorteil, dass man sehr nahe an die Wildtiere herankommt, da sie die Blechkarossen als laut und stinkend, aber ungefährlich kennengelernt haben. Die Safari endete für uns in Victoria-Falls in Zimbabwe. Hier bestaunten wir die riesigen Wasserfälle, die sich auf einer Breite von 1,7 km in die Tiefe stürzen. Am nächsten Tag wagten wir uns beim White-Water-Rafting in einem Schlauchboot über die sehr wuchtigen Stromschnellen in der Batoka-Gorge, die unterhalb der Fälle beginnt. Die riesigen Wassermassen zwängen sich durch eine nur 30-40 m breite Schlucht (siehe Plan). Unsere Raftingerlebnisse in den Alpen waren Spaziergänge im Vergleich zu dieser Tour. Bis zum Mittagessen mussten wir nicht weniger als vier Stromschnellen mit dem Schwierigkeitsgrad 5 überwinden. Die Wildwasserskala endet bei 6 und mit Schlauchbooten ist maximal nur der Grad 5 zu meistern. Mehr als einmal dachten wir, jetzt hat uns das Glück verlassen und auch das Können unseres sehr erfahrenen Guides reicht nicht mehr aus. Aber Njaminjami, der Flussgott des Sambesi war gnädig mit uns. Am Ende des Tages waren wir das einzige Raft, welches nicht gekentert ist. Überlebt haben aber trotzdem auch alle anderen Teilnehmer. Doch damit noch nicht genug! Verrückt oder nicht (?).... am nächsten Vormittag stürzten wir uns am Bungee-Seil von der 111 m hohen Brücke, die Sambia mit Simbabwe verbindet. Es war ein anfangs sehr schockierendes, aber kurz danach ein geniales Gefühl, die natürliche Hemmung überwunden zu haben..
Damit Du eine Vorstellung bekommst, auf welcher Route wir durch Botswana gereist sind hier eine Karte.(detaillierte Tourbeschreibung) Sie ist auf der Rückseite unseres Tour- T-Shirts, dass jede Gruppe am Ende der Tour selbst gestalten kann. Wir haben uns für "Int. Lion-Chasers Inc." entschieden.... Für unsere erste Morgen-Wanderung im Delta sind wir um fünf Uhr aufgestanden, da in den frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden die Chance zur Tierbeobachtung am besten sind. Unser Botswana-Guide Lukas fand drei frische Löwenspuren; zwei Weibchen und ein Männchen. Da der Wind leider von hinten kam, konnten die Löwen unsere Witterung aufnehmen und flüchteten jedes mal, wenn wir näher kamen. Bei unserem vierten Versuch teilten sie sich auf. Wir entschlossen uns, das Männchen zu verfolgen. Nach 1 1/2 Stunden - wir waren bereits nahe dran aufzugeben - sah Paul, unser Tour-Guide den Löwen plötzlich ca. 120 m vor uns, als er über einen kleinen Sandhügel in Richtung hohes Gras lief. "Run, run, run!!! rief er, da er sofort erkannt hatte, dass das unsere letzte Chance war ihn zu sehen. 14 Touris spurteten dem Löwen hinterher. Das war zuviel für ihn. Er beschleunigte und als wir am Sandhügel ankamen sahen wir, wie er in 70-80 m Entfernung im Gras verschwand. Auch wenn wir ihn nur aus relativ großer Entfernung sahen, hat die Verfolgung Spass gemacht. Nicht der Löwe jagte uns, wir jagten ihn. Verkehrte Welt! Das Erlebnis war am Abend DAS Gesprächsthema am Lagerfeuer. (auch wenn es sich so anhört, ist es nicht so gefährlich wie man denkt, denn eine Gruppe von 14 Fleischfressern (die Tiere riechen das) die eng zusammenbleibt ist selbst für Löwen zuviel. In einer Gruppe von nur 4-6 Personen wäre es sehr gefährlich) |
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Die vielen Eindrücke der Tour werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Das tiefe Brüllen der Löwen in der Nacht; das ohrenbetäubende Quaken der Frösche; das Fehlen jeglicher Zivilisationsgeräusche; das Durchwaten überfluteter Wiesen; das randvolle Flussbett des Boteti-Rivers, der das erste Mal seit 19 Jahren wieder Wasser führte; die Mokoro-Fahrt auf engen Kanälen durch dichtes Schilf; das Bad im Okawango, die Abende am Lagerfeuer mitten im Busch; der Kampf im Matsch als unser Lkw stecken blieb; die permanent dreckigen Finger, da der Sand und Staub über kurz oder lang alles erreicht; die Vielzahl an Tieren, die tollen Sonnenauf- und -untergänge und last but not least die Löwenjagd, die wilde Rafting-Tour und der Bungee-Sprung.
Auf den folgenden Seiten gibt's einige unserer Eindrücke, die wir mit der Kamera festgehalten haben. Viel Spaß!!!