BRESCIA (13.-17.04.2001) 

Touristen lassen das reizvolle Brescia zumeist links liegen, was sich vor allem in der Hochsaison als Glück erweist. Denn während Besucher aus aller Welt das berühmte Verona in einen überfüllten Tummelplatz verwandeln, trafen wir hier nur selten auf Weltenbummler . Die "ungewohnte" Freundlichkeit der Einheimischen überraschte uns; gerade nach den Tagen am Gardasee, der ja fest in deutscher Hand ist.

Brescia kümmert es wenig, unter den oberitalienischen Städten die Rolle eines touristischen Aschenputtels zu spielen. Die Stadt hat sich kaum für die Urlauber hergerichtet, Geschäftsleute und nicht Bildungsreisende bestimmen das Bild auf den Straßen. Die nach Mailand zweitgrößte Stadt der Lombardei (200.000 Einw.) hat seit der Römerzeit auf Handel und Gewerbe gesetzt und versorgt Italien bis heute mit Maschinen, Textilien, Bestecken, Kochtöpfen und.....  Waffen!! 

Schon im Mittelalter war das nördlich gelegene Val Trompia eine der wichtigsten Waffenschmieden Europas. Kaiser Karl V. und König Ludwig XIV. liessen sich von hier beliefern, Gewehre und Pistolen wurden später nach Griechenland und in den Orient exportiert. . Noch heute sind ca. 3500 Menschen mit der Produktion von Schußwaffen beschäftigt. Das berühmteste Unternehmen "Beretta" fertigt jährlich 120.000 Pistolen und ebenso viele Doppelflinten. Wohin die Waffen gehen, lässt sich mit einem Blick auf die Weltkarte der Krisenherde gut ausmalen. Das Gewerbe ist vergleichsweise krisenfest und das nahe Brescia profitiert davon.

Aber auch historisch hat Brescia einiges zu bieten. Der hier im Vordergrund stehende Duomo Vecchio (auch Rotonda) wurde im 12.Jh. gebaut und Teile des Bodens stammen sogar aus dem 6.Jh. 

Direkt dahinter steht der aus weißem Marmor erbaute Spätrenaissancebau des Duomo Nuovo, der Anfang des 17.Jh. fertiggestellt wurde. Seine Kuppel ist mit 82 m die drittgrößte in Italien. Nur der Peterdom in Rom und der Dom von Florenz sind höher.

 

Das beeindruckende Portal des Duomo Nuovo.

 

 

Die den Cidneo-Hügel umgebenden Bastionen schließen die römische Festung aus dem 1.Jh. n.Chr. ein. In den folgenden Jahrhunderten entstanden weitere Wehranlagen wie der rechts zu sehende Rundturm Torre Mirabella (13.Jh.) und natürlich der Zentralbau der Visconti-Festung, das Castello. Die Burg liegt mittlerweile in einem Park, der sich wunderbar zum Relaxen eignet. Die Geräusche der lebhaften Stadt dringen nur gedämpft herauf und die Aussicht auf die Stadt und die in ihrem Rücken liegenden Berge ist wunderbar. 

Im hier untergebrachten Waffenmuseum kann man sich über die lange Geschichte dieses Industriezweiges informieren.   

 

 

Witzige Fensterwerbung während des Umbaus eines ..... Benetton-Ladens!

 

 

Die warme Frühjahrssonne lockte jeden auf die Piazzas.